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Die Stadt Erwitte bekommt nach der Kommunalwahl 2020 einen neuen Bürgermeister. Das steht nach der Entscheidung von Peter Wessel fest, der im Patriot bekanntgegeben hat, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Für Aufsehen hatte zuvor das Patriot-Sommergespräch mit der Erwitter CDU gesorgt, in dem Kritik am Bürgermeister deutlich wurde. Wessel hatte allerdings erklärt, dass seine Entscheidung, auf eine Kandidatur zu verzichten, bereits vorher gefallen sei. Hier die Reaktionen aus den Fraktionen auf seine Entscheidung:

Wolfgang Marcus (SPD-Fraktionsvorsitzender):

„Wir als SPD haben Herrn Wessel von Anfang an nicht für den richtigen Kandidaten gehalten. Zu dieser Auffassung sind in den letzten Jahren immer mehr gekommen. Ihm fehlte und fehlt ein klares Gesamtkonzept. Die Mitarbeiterführung im Rathaus hat deutlich Luft nach oben. Es gab zu viele Schnellschüsse, er hat stark emotional entschieden und wenig rational. Oft hat er parteilich gehandelt – auch bei der Bekanntgabe seines Rückzuges wäre es fair gewesen, alle Fraktionen – und nicht nur die CDU – zu informieren. Außerdem hat es sich der Bürgermeister mit übergeordneten Behörden wie der Bezirksregierung verdorben, dabei sieht man sich immer zweimal im Leben. Dennoch bleibt zur Art und Weise der CDU zu sagen: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Wir würden uns als Nachfolger über einen parteilosen, unabhängigen Fachmann als Kandidaten freuen und haben bereits die Fühler ausgestreckt. Um die beste Lösung für Erwitte zu finden, können wir uns eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Fraktionen vorstellen.“

Christof Rasche (FDP-Fraktionsvoritzender):

„Der Streit in der CDU ist ein Thema der CDU, es ist sicherlich nicht leicht damit umzugehen. Aus meiner Sicht muss ich sagen: So geht man nicht miteinander um. Auffällig ist, sowohl Torsten Blöming als auch Peter Wessel formulieren: In der CDU gibt es geeignete Kandidaten. Dazu: Das Bürgermeisteramt ist kein Selbstbedienungsladen für die CDU, wir sollten zunächst definieren, was denn geeignet genau heißt. Zum Beispiel große Fähigkeiten bei Charakter, Führung, Verständnis, Kommunikation, schnelle Auffassungsgabe, notwendige Ruhe. Genau damit werden wir uns jetzt befassen und machen uns dann auf die Suche.“

Lothar Strauch (BG-Fraktionsvorsitzender):

„Das ist die persönliche Entscheidung von Peter Wessel, die es zu respektieren gilt. Wenngleich der Zeitpunkt natürlich recht früh ist. Nach dem veröffentlichten Patriot-Sommergespräch mit der CDU blieb ihm allerdings keine andere Wahl. Es wird jetzt spannend, was die Kandidaten angeht. Konkret haben wir uns in der Fraktion damit aber noch nicht beschäftigt.“

Aus der CDU-Fraktionsspitze war telefonisch niemand für eine Stellungnahme erreichbar.   

Quelle: Tageszeitung "Der Patriot" vom 28.08.2018